Einhängen und los geht’s?
Einhängen und los geht’s? FH Münster testet die Usability von Patientenliftern Münster/Steinfurt (19. August 2019). Sie stehen für körperliche Entlastung im Berufsalltag – und trotzdem setzen Pflegekräfte sie nur selten ein: Die Rede ist von Patientenliftern. Mit ihrer höhenverstellbaren Stangenkonstruktion, dem Untersatz auf Rollen und einem Tuch, in dem der Patient von A nach B getragen werden kann, muten sie wie ein Mini-Kran an. Und sie versprechen, ein gutes Hilfsmittel zu sein, das vor allem den Rücken schont. Eigentlich. „Wir haben das Feedback aus den Gesundheitseinrichtungen bekommen, dass die Anwenderakzeptanz von Patientenliftern seitens der Pflegekräfte nur sehr gering ist“, sagt Lorenz Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für Ergonomie und Medizintechnik (ZEM) an der FH Münster. „Wir fragen uns, woran das liegt, und das führt uns weiter zu der Frage, wie gut oder schlecht die Lifter gestaltet sind.“ Für die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat Müller deshalb zusammen mit seiner Kollegin Elisabeth Ibenthal und der Masterstudentin Saskia Sobkowicz einen großen Usability-Test durchgeführt: Mit insgesamt 40 Pflegekräften aus dem Münsterland, die zwölf verschiedene Patientenlifter ausprobiert haben. Dahinter steckt das Ziel, Gesundheitseinrichtungen einen Überblick über die Gestaltung aktueller Patientenlifter zu geben. Diese Informationen wären eine gute Basis, um mehr ergonomisch gestaltete Medizinprodukte in die Einrichtungen zu holen, die die Pflegekräfte auch wirklich verwenden. Jede teilnehmende Pflegekraft testete deshalb drei Lifter mit je drei verschiedenen Szenarien: erstens den Transport vom Bett in den Rollstuhl, zweitens vom Rollstuhl auf die Toilette, drittens vom Boden – zum Beispiel nach einem Sturz – zurück ins Bett. Im Fokus beziehungsweise im hängenden Tuch: ein Patientendummy mit 47 Kilo realverteiltem Gewicht. „Mit einem lebenden Patienten ist es schon anders, klar, aber der Dummy ist fü…
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