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Mehr als 150 Organisationen fordern: Hitzeschutz in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz aufnehmen

17. Juni 2026 durch
Mehr als 150 Organisationen fordern: Hitzeschutz in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz aufnehmen


Mehr als 150 Organisationen fordern: Hitzeschutz in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz aufnehmen

Deutschland steht eine erneute Hitzwelle bevor. Bereits rund um den Hitzeaktionstag am 11. Juni warnten mehr als 150 Organisationen aus Gesundheitswesen, Pflege, Wohlfahrt und Zivilgesellschaft davor, Extremhitze weiterhin nicht als eigenständige Krisenlage zu behandeln. Gemeinsam hatten sie gefordert, Hitzeschutz verbindlich in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz zu verankern. Nach ihrer Einschätzung zeigt sich nun erneut, wie dringend Deutschland auf anhaltende und extreme Hitzelagen besser vorbereitet werden muss.

Getragen wird die Initiative unter anderem von der Bundesärztekammer, der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (KLUG), der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat, dem GKV-Spitzenverband, der Klima-Allianz Deutschland sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Gemeinsam fordern die beteiligten Organisationen, Hitzeschutz systematisch in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren.

Aus Sicht des Bündnisses ist Deutschland auf ausgeprägte, mehrtägige Extremhitzelagen bislang nicht ausreichend vorbereitet. Szenarien mit sehr hohen Temperaturen über viele Tage hinweg könnten Rettungsdienste überlasten, Notaufnahmen an ihre Grenzen bringen und auch Pflegeeinrichtungen massiv unter Druck setzen. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Kranke, pflegebedürftige Personen, Schwangere, Kinder sowie Beschäftigte mit hoher körperlicher Belastung.

Die Organisationen verweisen darauf, dass mit der globalen Erwärmung Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzeperioden weiter zunehmen. Bereits die extremen Temperaturen in Europa in den vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass solche Entwicklungen längst keine ferne Zukunft mehr sind. Besonders problematisch seien stabile Hochdrucklagen mit ausbleibender nächtlicher Abkühlung, da sie das Risiko hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle deutlich erhöhen.

Neben den gesundheitlichen Folgen betonen die Unterzeichnenden auch die erheblichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Hitzewellen belasteten nicht nur Gesundheitswesen, Pflege und soziale Einrichtungen, sondern auch weitere kritische Infrastrukturen. Vor diesem Hintergrund fordern sie eine klare politische Reaktion.

Konkret verlangt das Bündnis die verbindliche Integration von Extremhitze in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz, klare Zuständigkeiten auf Ebene von Bund, Ländern und Kommunen, wirksame soziale Schutzstrukturen für Risikogruppen sowie eine gezielte Stärkung des Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesens für Hitzelagen. Darüber hinaus müsse die Finanzierung von Maßnahmen sichergestellt werden, die Menschen, Arbeitsabläufe, Gebäude, Stadtteile und Infrastrukturen besser vor extremer Hitze schützen und ihre Funktionsfähigkeit auch während Hitzewellen erhalten.

Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, betont: „Deutschland ist auf Extremhitze als Krisenlage bislang nicht ausreichend vorbereitet. Längere und intensivere Hitzeperioden belasten insbesondere ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen und stellen zugleich das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Hitzeschutz muss deshalb verbindlich in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz integriert werden. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen müssen auch unter Extrembedingungen leistungsfähig bleiben.“

Auch aus Sicht von KLUG ist die aktuelle Situation alarmierend. Deren Vorsitzender Dr. Martin Herrmann erklärt, dass Deutschland auf Extremhitze nicht vorbereitet sei. Erste Schutzmaßnahmen reichten nicht aus, solange sie weder flächendeckend noch verbindlich umgesetzt würden. Während für Hochwasser oder Sturm längst Krisenstäbe etabliert seien, fehlten für Hitzeereignisse weiterhin belastbare Strukturen.
Für das Bündnis ist deshalb klar: Krisenresilienz bei Extremhitze ist keine Zukunftsaufgabe, sondern eine unmittelbare öffentliche Verantwortung der Gegenwart.

Zur Pressemitteilung: https://www.klimawandel-gesundheit.de/mehr-als-150-organisationen-fordern-hitzeschutz-in-krisenvorsorge-und-katastrophenschutz-aufnehmen/

Foto: stock.adobe.com - Sonja Birkelbach


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